ITS-Umstellung extern → intern

Was ist der ITS?

ITS ist die Abkürzung für Internet Transaction Server

Der ITS bildet die Schnittstelle zwischen SAP R/3 (heute: mySAP Enterprise Resource Planning) und dem Internet. Benutzer kommunizieren mittels Web-Browser im Internet und im Intranet direkt mit SAP R/3 (heute: mySAP Enterprise Resource Planning), indem sie betriebswirtschaftliche Transaktionen, Funktionsbausteine, und Reports im SAPGUI For HTML (Webgui) oder als Internet-Anwendungskomponenten (IACs) starten

SAPGUI For HTML (Webgui)

Der Webgui zeigt R/3 Transaktions-Screens dynamisch an, indem er automatisch aus Dynpro-Screen-Elementen HTML generiert.

IACs (Internet Application Components)

IAC Services benutzen eigens erstellte HTML-Templates, um die Daten aus dem R/3 im Web-Browser darzustellen. Diese Templates können Dynpro-Screen basiert sein oder nicht.

Kundenspezifische IACs als Erweiterung der Funktionalität

SAP bietet die Möglichkeit, eigene Module zu entwickeln. Kundeneigene Module erlauben es dem Anwender, wichtige unternehmensspezifische Funktionen zu implementieren und so die Funktionaliät der Standardkomponenten zu erweitern.

IACs bilden eine Technologie, die die Entwicklung eigener Webapplikationen durch den Kunden ermöglicht. Bisher gab es dabei zwei Alternativen:

a) Web-Transaction-basierte IACs

b) Flow-Files-basierte IACs

Umstellung extern → intern und die Folgen

Mit der Umstellung von ITS, das nunmehr nicht mehr ausserhalb von R3 in einer eigenen Umgebung läuft, sondern in R3 integriert wurde, ergibt sich die Notwendigkeit, die bisher genutzten Komponenten auf das neue Release umzustellen. SAP-eigene Komponenten werden automatisch mit dem neuen Release in einer lauffähigen Version ausgeliefert. Kundeneigene Komponenten dagegen müssen an die neue Technologie angepasst werden.

Im folgenden soll daher kurz die Herangehensweise bei der Anpassung der beiden Komponententypen skizziert werden, wobei auch auf die besonderen Schwierigkeiten eingegangen werden soll.

Die Anpassung Web-Transaction-basierter IACs

Web-Transaction-basierte Anwendungskomponenten nutzen die zur Verfügung gestellten Dynpro-Screens mit der dazugehörigen Ablauflogik in der proprietären SAP-Programmiersprache ABAP.

Jedes Dynpro verfügt über ein eigenes Business-HTML-Template. Der Anwender kann mit einer eigenen Skriptsprache das Layout der verschiedenen Dynpros verändern: dazu werden die Informationen der einzelnen Dynpro-Felder gesammelt und mittels HTML und JavaScript in der vom Anwender benötigten Form aufbereitet.

Die Technik web-transaction-basierter IACs ist im integrierten ITS beibehalten worden. Daher können bestehende Templates -– mit kleinen Anpassungen -– übernommen werden. Intern im R3-Repository abgelegte Templates und MIME-Files werden beim Upgrade sogar automatisch ins neue Web-Repository übernommen.

Neu hinzugekommen ist die Notwendigkeit, für jede Applikation einen Service-Knoten im HTTP-Servicebaum des Webservers einzurichten, um die Komponente anzusprechen.

Die Anpassung Flow-File-basierter IACs

Flow-File-basierte IACs nutzen keine Dynpros, und die Ablauflogik liegt nicht in R3, sondern in den Flow-Files selbst. Flow-Files schicken RFCs (Remote Function Calls) an R3 und erwarten Rückgabeparameter als Antwort. Aufgrund der Rückgabeparameter der RFCs kann mittels Business-HTML und JavaScript ein Layout in HTML zusammengestellt werden.

Flow-File-basierte IACs werden vom neuen, internen ITS nicht mehr direkt unterstützt. Da die vorhandenen Business-HTML Templates jedoch weiterhin vom ITS verstanden werden, ist eine Umstellung kundeneigener IACs in den integrierten ITS möglich und – trotz der Schwierigkeit der Einpassung – sinnvoll.

Während für die Umstellung Web-Transaction-basierter IACs ein offizieller Migrationsleitfaden von SAP existiert, ist dies für die Anpassung Flow-File-basierter IACs noch nicht der Fall. Die infolytics ag hat jedoch (aufgrund eigener Erfahrungen in Umstellungsprojekten) einen Leitfaden zusammengestellt, der von der SAP zukünftig als ofizielles Handbuch übernommen werden wird.

Ein Beispiel aus der Praxis

In diesem Abschnitt sollen einige der Erfahrungen wiedergegeben werden, die unsere Mitarbeiter bei der Umstellung bestehender IACs eines großen Telekommunikationsanbieters auf den internen ITS gesammelt haben. Aus diesen Erfahrungen ergibt sich eine grundlegende Vorgehensweise, die für die Umstellung von IACs in anderen Projekten als Muster dienen kann.

Der TK-Anbieter verwendet neben den Standardkomponenten von SAP/R3 eine Anzahl selbstentwickelter IACs, die den spezifischen Anforderungen des Firmen-Service-Portals gerecht werden.

Da diese Komponenten nicht standardkonform sind, erfordert der Release-Wechsel die Anpassung dieser Komponenten. Betroffen davon sind sowohl Web-Transaction- als auch Flow-File-basierte IACs.

Während Web-Transaction-basierte IACs -– wie oben schon erwähnt -– sich ohne großen Aufwand an das neue Release anpassen lassen, erfordert die Integration der Flow-Files eine besondere Vorgehensweise, die hier in Stichpunkten umrissen werden soll:

1. Erstellen eines eigenen Dynpros für jedes Flow-File.

Diese Dynpros sind -– bis auf den ok-Code – zunächst leer.

2. Integrieren der Ablauflogik der Flow-Files in die Dynpro Ablauflogik.

Diese Technik erlaubt es, die bestehenden Business-Template-Files fast ohneÄnderung zu übernehmen.

3. Generierung von Business-HTML-Templates

Aus den leeren Dynpros werden Business-HTML-Templates generiert, in die die Informationen der bestehenden Templates hineinkopiert werden. Auf diese Weise ist beispielsweise gewährleistet, dass die Namenskonventionen der neuen Umgebung eingehalten werden.

4. Steuern des Zugriffs auf die Felder

Die bisherigen Ein- und Ausgabeparameter der Flow-Files werden nun von Hand, jedoch unterstüzt von Makros der Web-Transaction-API in den Kontext geschrieben bzw. aus ihm gelesen. (Der Kontext ist der Behölter, der für den Datenaustausch zwischen Dynpro-Feldern und HTML-Elementen benutzt wird.)

5. Abschlieߟende Arbeiten

Testen der umgewandelten IACs.

6. Integration in die Kundenumgebung

Berücksichtigung spezifischer Besonderheiten der Firmenportale.

Zusammenfassung -– Leistungen der infolytics ag

  • Umstellung bestehender IACs beider Typen (besonders Flow-Files)
  • Integration in HTTP-Service-Baum und Firmenportale
  • Content-Administration für Portale

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